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Shopify, in normalem Deutsch erklärt

Rund 63 Begriffe aus Verwaltung, Theme, Sortiment, Checkout, Technik und Marketing – jeweils mit dem, was in Projekten tatsächlich zählt.

Kapitel 01

Grundlagen

Was Shopify ist, wie die Tarife zusammenhängen und welche Begriffe in jedem ersten Gespräch fallen.

Shopify

Shopify ist eine gehostete Shop-Plattform aus Kanada. Du mietest den Shop als Dienst: Server, Sicherheitsupdates, Warenkorb und Checkout kommen mit, du zahlst dafür eine monatliche Gebühr. Ein eigener Server ist nicht nötig und auch nicht möglich.

Der Unterschied zu selbst gehosteten Systemen ist grundlegend: Du kannst den Kern nicht verändern, sondern arbeitest innerhalb definierter Erweiterungspunkte. Das klingt nach Einschränkung, spart aber genau die Arbeit, die bei anderen Systemen jedes Jahr Geld kostet.

Tarife: Starter, Basic, Grow, Advanced, Plus

Die Tarife unterscheiden sich weniger im Funktionsumfang als in den Gebühren pro Bestellung, der Zahl der Mitarbeiterkonten und einigen Auswertungen. Starter ist ein abgespeckter Einstieg ohne vollwertigen Shop, Basic der übliche Beginn, Grow die Stufe für wachsende Händler und Advanced die für etablierte Shops.

Ein Tarifwechsel lohnt sich rechnerisch dann, wenn die gesparten Gebühren höher sind als die zusätzliche Grundgebühr. Die Namen und Preise ändern sich immer wieder – rechne mit dem aktuellen Stand, nicht mit dem aus einem älteren Blogbeitrag.

Shopify Plus

Plus ist die Enterprise-Stufe. Technisch derselbe Kern, aber mit tiefergehenden Checkout-Anpassungen, mehreren Shops in einer Organisation, höheren Kontingenten bei den Schnittstellen und den B2B-Funktionen mit Firmenkonten.

Der Wechsel lohnt selten allein wegen des Prestiges. Sinnvoll wird er, wenn eine konkrete Funktion gebraucht wird oder das Bestellvolumen so hoch ist, dass sich die Konditionen rechnen. Wir raten regelmäßig davon ab, weil der Standardtarif noch reicht.

Admin

Der Admin ist der Verwaltungsbereich, in dem Produkte, Bestellungen, Kunden, Inhalte, Rabatte und Einstellungen gepflegt werden. Er ist bewusst schlicht gehalten – eines der Argumente, warum Teams mit Shopify meist ohne lange Schulung zurechtkommen.

Was im Admin nicht auftaucht, gibt es in der Regel auch nicht. Wer eine Funktion sucht, findet sie entweder dort, in einer App oder gar nicht. Diese Klarheit ist ungewohnt für alle, die von Systemen mit tausend Konfigurationsschaltern kommen.

Storefront

Die Storefront ist der öffentliche Teil deines Shops: Startseite, Kategorien, Produktseiten, Warenkorb. Du wird über ein Theme gestaltet und mit der Sprache Liquid ausgeliefert.

Alternativ lässt sich die Storefront komplett ersetzen und Shopify nur noch über Schnittstellen ansprechen – das nennt sich headless. Für die allermeisten Shops lohnt sich das nicht, weil man damit die Vorteile des Standards aufgibt.

Verkaufskanal (Sales Channel)

Ein Verkaufskanal ist ein Ort, an dem deine Produkte verkauft werden: der Onlineshop selbst, ein Ladengeschäft über Shopify POS, ein Marktplatz oder soziale Netzwerke. Bestände und Bestellungen laufen dabei an einer Stelle zusammen.

du steuerst je Kanal, welche Produkte dort überhaupt sichtbar sind. Praktisch etwa, wenn bestimmte Artikel nur im Ladengeschäft verfügbar sein sollen oder ein Sortimentsteil nicht auf Marktplätzen landen darf.

Development Store

Ein Development Store ist eine kostenlose Shopify-Umgebung zum Bauen und Testen. Wir entwickeln darin, spielen Daten ein und zeigen dir Zwischenstände, bevor der Shop öffentlich wird.

Vor dem Start wird der Store auf einen bezahlten Tarif umgestellt und die Domain umgelegt. Bestellungen im Development Store sind Testbestellungen und laufen über einen Testmodus der Zahlungsanbieter.

Shopify POS

POS steht für den Verkauf im Ladengeschäft. Kasse, Bestände und Kundendaten teilen sich dieselbe Grundlage wie der Onlineshop – du siehst also nicht zwei getrennte Zahlenwelten.

Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine kostenpflichtige Ausbaustufe mit Funktionen für mehrere Filialen, Personalrechte und Bestandsübersichten. Wer stationär und online verkauft, sollte diesen Punkt früh mitdenken, weil er die Sortimentsstruktur beeinflusst.

Mitarbeiterkonten

Jede Person, die im Admin arbeitet, bekommt ein eigenes Konto mit definierten Rechten. Die Anzahl ist je nach Tarif begrenzt – ein Punkt, der bei wachsenden Teams überraschend schnell relevant wird.

Gemeinsam genutzte Zugänge sind eine schlechte Idee: du verlierst die Nachvollziehbarkeit, wer was geändert hat, und müssen bei jedem Personalwechsel das Passwort neu verteilen.

Kapitel 02

Theme und Gestaltung

Wie ein Shopify-Shop aussieht, womit er gebaut wird und was dein Team hinterher selbst ändern kann.

Theme

Das Theme bestimmt Aufbau und Gestaltung der Storefront. Es gibt kostenlose Themes, gekaufte Themes aus dem Theme Store und individuell entwickelte Themes.

Ein gekauftes Theme ist ein guter Start, wenn dein Sortiment gängig ist. Sobald die Produktdetailseite deine eigenen Verkaufsargumente abbilden soll oder du eine erkennbare Marke hast, lohnt sich die individuelle Variante meist schon im ersten Jahr.

Liquid

Liquid ist die Vorlagensprache von Shopify. Du holt Daten aus dem Shop und setzt sie in HTML – etwa Produktname, Preis, Varianten oder Bestand.

Liquid läuft auf dem Server von Shopify und hat deshalb keinen Zugriff auf externe Systeme. Alles, was zur Laufzeit von außen kommen soll, muss über JavaScript oder eine App nachgeladen werden. Das ist eine der wichtigsten Grenzen, die man kennen sollte.

Sections und Blocks

Sections sind die Bausteine einer Seite: ein Bannerbereich, eine Produktreihe, ein Textabschnitt. Blocks sind die Elemente innerhalb einer Section. Beides lässt sich im Theme-Editor per Klick anordnen.

Gut gebaute Sections sind der Unterschied zwischen einem Shop, den dein Team pflegen kann, und einem, für den du bei jeder Kampagne die Agentur anrufen musst. Wir bauen sie deshalb bewusst allgemein statt für einen Einzelfall.

JSON-Templates

Seit der Theme-Architektur, die als Online Store 2.0 eingeführt wurde, bestehen Seitenvorlagen aus einer JSON-Datei, die festlegt, welche Sections in welcher Reihenfolge erscheinen. Vorher war das fest im Template verdrahtet.

Der praktische Effekt: Auch Produkt- und Kategorieseiten lassen sich frei zusammenstellen, und du kannst unterschiedliche Vorlagen für verschiedene Produktgruppen anlegen – etwa eine erklärungsintensive Variante für technische Artikel.

Theme-Editor

Der Editor ist die Oberfläche, in der Inhalte per Vorschau bearbeitet werden. Änderungen sind sofort sichtbar, aber erst nach dem Speichern öffentlich.

Ein häufiges Missverständnis: Der Editor bearbeitet immer ein bestimmtes Theme. Wer an einer nicht veröffentlichten Kopie arbeitet, sieht seine Änderungen live nicht – und wundert sich.

Theme App Extension

So binden sich Apps heute in ein Theme ein: als eigener Block, den du im Editor hinzufügen und wieder entfernen kannst, ohne dass jemand Code anfasst.

Der große Vorteil gegenüber früher: Wenn du eine App deinstallieren, verschwindet auch ihr Baustein. Ältere Apps haben stattdessen Code direkt ins Theme geschrieben, der oft jahrelang als Leiche liegen bleibt.

Dawn

Dawn ist das kostenlose Referenz-Theme von Shopify. Es zeigt, wie die aktuelle Theme-Architektur gedacht ist, und dient vielen Entwicklungen als Ausgangspunkt.

Als Basis für ein individuelles Theme ist Dawn eine vernünftige Wahl: schlank, gut dokumentiert und ohne die Altlasten, die viele gekaufte Themes mitbringen.

Theme Store

Der offizielle Marktplatz für Themes. Die Angebote sind geprüft und werden gepflegt, kosten aber meist einen dreistelligen Betrag als Einmalkauf.

Achte weniger auf die Bilder in der Vorschau als darauf, wie viele Einstellungen das Theme mitbringt. Sehr umfangreiche Themes sind flexibel, aber häufig auch träge – jede Einstellung will schließlich geladen werden.

Custom CSS und Code-Anpassungen

Kleinere gestalterische Änderungen lassen sich über die Theme-Einstellungen oder eigenes CSS lösen. Größere Eingriffe erfordern eine Anpassung der Liquid-Dateien.

Wichtig für später: Wer im Theme-Code arbeitet, sollte das versioniert tun, nicht direkt am veröffentlichten Theme. Sonst geht beim nächsten Theme-Update alles verloren, was nicht dokumentiert war.

Kapitel 03

Produkte und Sortiment

Wie Shopify Produkte, Varianten und Kategorien versteht – und warum diese Struktur früh feststehen sollte.

Produkt und Variante

Ein Produkt ist der Artikel, eine Variante die konkrete Ausprägung – etwa Größe M in Blau. Preis, Bestand und Artikelnummer hängen an der Variante, nicht am Produkt.

Die Zahl der Optionen und Varianten je Produkt ist begrenzt; Shopify hat diese Grenzen zuletzt deutlich angehoben. Prüf den aktuellen Stand, bevor du ein Sortiment mit vielen Kombinationen planst – bei Konfiguratoren stößt man hier schnell an eine Wand.

Collection (Kategorie)

Collections sind die Kategorien von Shopify. Es gibt manuelle Collections, in die du Produkte einsortieren, und automatische, die sich über Bedingungen füllen – etwa alle Produkte einer Marke.

Automatische Collections sind die bessere Wahl, sobald sich das Sortiment regelmäßig ändert. Voraussetzung ist saubere Datenpflege: Wenn Hersteller oder Produkttyp uneinheitlich eingetragen sind, greift keine Bedingung.

Tags

Tags sind freie Schlagworte an Produkten, Bestellungen oder Kunden. Du steuerst automatische Collections, Filter und Automatisierungen.

Sie sind mächtig und werden entsprechend schnell chaotisch. Leg am Anfang fest, welche Tags es geben darf und wie sie geschrieben werden – nachträglich aufzuräumen ist deutlich mühsamer.

Metafelder

Metafelder speichern zusätzliche Informationen an Produkten, Varianten, Collections oder Kunden: Materialangaben, Pflegehinweise, technische Daten, Herstellerangaben.

du bist das wichtigste Werkzeug gegen App-Wildwuchs. Vieles, wofür Händler ein Monatsabo abschließen, lässt sich mit Metafeldern und etwas Liquid direkt im Theme lösen – ohne laufende Kosten und ohne zusätzliche Skripte.

Metaobjekte

Metaobjekte sind eigene Datentypen. Du definierst einmal, welche Felder etwa ein Hersteller-Profil hat, und legen dann beliebig viele davon an – verknüpfbar mit Produkten.

Typische Einsätze: Größentabellen, Zutatenlisten, Ansprechpartner, Zertifikate oder wiederverwendbare Inhaltsbausteine. Für Shops mit erklärungsbedürftigen Produkten ist das eine der nützlichsten Funktionen der letzten Jahre.

Bestände und Standorte

Bestände werden je Standort geführt. Ein Standort kann ein Lager, ein Ladengeschäft oder ein externer Dienstleister sein.

Sobald mehr als ein Standort existiert, sollten du legst fest, welches System die Bestände führt – Shopify oder die Warenwirtschaft. Zwei Systeme, die beide glauben, führend zu sein, sind ein zuverlässiger Weg zu Überverkäufen.

SKU und Barcode

Die SKU ist deine interne Artikelnummer, der Barcode meist eine EAN oder GTIN. Beide hängen an der Variante.

Ohne saubere SKUs wird jede Anbindung an Warenwirtschaft, Versanddienstleister oder Marktplatz zur Handarbeit. Wenn irgendwo Zeit gut investiert ist, dann hier – vor dem Import, nicht danach.

Produktbilder und CDN

Bilder liegen im Auslieferungsnetz von Shopify und werden automatisch in passenden Größen ausgeliefert. Das Format lässt sich über Parameter in der Bildadresse steuern.

Trotzdem gilt: Was du lädst hoch, bestimmt die Obergrenze. Ein 8-Megabyte-Foto direkt aus der Kamera wird zwar verkleinert, aber der Aufwand bleibt spürbar. Bilder vorher sinnvoll aufbereiten lohnt sich.

Produktimport per CSV

Für den ersten Aufbau und größere Änderungen ist der Import über eine Tabelle der übliche Weg. Der Aufbau der Datei folgt einem festen Schema.

Der häufigste Fehler: Varianten werden falsch verschachtelt, weil die Zeilenlogik nicht verstanden wurde. Ein Testimport mit zwanzig Produkten spart erfahrungsgemäß einen halben Tag Aufräumarbeit.

Kapitel 04

Bestellprozess und Zahlung

Der Bereich, in dem Shopify am stärksten ist – und am wenigsten Freiheit lässt.

Checkout

Der Checkout ist der Weg vom Warenkorb zur bezahlten Bestellung. Er gehört zum Kern der Plattform und lässt sich nicht frei nachbauen.

Das ist bewusst so gelöst: Der Checkout ist die sensibelste Stelle eines Shops, und Shopify optimiert ihn fortlaufend. Wer damit lebt, bekommt einen Bestellprozess, der zu den besten am Markt gehört, ohne selbst daran zu arbeiten.

Checkout Extensibility

So heißt der heutige Weg, den Checkout zu erweitern: über definierte Erweiterungspunkte statt über eine Template-Datei. Die frühere Anpassung per checkout.liquid wurde 2024 und 2025 abgelöst.

Möglich sind zusätzliche Felder, Hinweise, Zusatzverkäufe oder eigene Prüfungen. Nicht möglich ist ein völlig eigener Ablauf. Wer aus einem anderen System kommt, sollte diese Grenze früh kennen – sie entscheidet manchmal über die Systemwahl.

Shopify Functions

Functions sind kleine, von Shopify ausgeführte Programmbausteine für Rabatt-, Versand-, Zahlungs- und Prüflogik. Du hast die früheren Shopify Scripts abgelöst.

Damit lassen sich Dinge abbilden wie: Ab drei Artikeln aus einer Kategorie gilt ein Sonderpreis, oder Nachnahme wird ab einem bestimmten Bestellwert ausgeblendet. Das ist der saubere Weg für eigene Logik im Bestellprozess.

Shopify Payments

Der hauseigene Zahlungsdienst. Wer ihn nutzt, zahlt nur die Gebühren des Zahlungsanbieters – die zusätzliche Gebühr von Shopify entfällt.

Bei externen Anbietern verlangt Shopify einen Prozentsatz pro Bestellung, je nach Tarif etwa zwei Prozent bis unter ein Prozent. Bei fünfstelligen Monatsumsätzen ist das ein spürbarer Betrag und gehört in jede Kalkulation.

Zahlungsarten im DACH-Raum

Neben Karte und Wallets sind hierzulande Rechnungskauf, Lastschrift, Ratenzahlung und die üblichen Anbieter aus dem Bezahl-Umfeld entscheidend. Ohne Rechnungskauf verlieren viele Shops spürbar Umsatz.

Welche Zahlart über welchen Anbieter läuft, beeinflusst sowohl Gebühren als auch die Frage, wer das Ausfallrisiko trägt. Diese Entscheidung sollte vor dem Launch stehen, nicht danach.

Shop Pay

Ein beschleunigter Bezahlweg, bei dem Adress- und Zahlungsdaten aus einem früheren Kauf – auch in einem anderen Shopify-Shop – wiederverwendet werden.

Für Kunden bedeutet das weniger Tipparbeit, für Händler in der Regel eine bessere Abschlussquote auf dem Smartphone. Verfügbarkeit und Bedingungen unterscheiden sich je nach Markt.

Rabattcodes und automatische Rabatte

Rabattcodes werden vom Kunden eingegeben, automatische Rabatte greifen ohne Zutun, sobald die Bedingung erfüllt ist – etwa ein Mengenrabatt.

Komplexere Regeln, die der Standard nicht abbildet, lassen sich über Functions umsetzen. Vorsicht bei kombinierbaren Rabatten: Was sich gegenseitig ergänzen darf, sollte vorher durchgerechnet werden.

Abgebrochener Checkout

Shopify speichert Bestellversuche, die nicht abgeschlossen wurden, und kann automatisch eine Erinnerung verschicken.

Das ist eine der wenigen Automatisierungen, die praktisch immer etwas bringt. Wichtig ist der rechtliche Rahmen: Ohne passende Einwilligung ist eine solche E-Mail in Deutschland heikel.

Entwurfsbestellung

Eine Bestellung, die du im Admin anlegen und dem Kunden als Zahlungsaufforderung schicken – etwa für telefonische Bestellungen oder Sonderpreise.

Für kleinere B2B-Anteile ist das oft die pragmatische Lösung, bevor man über einen eigenen Firmenkundenbereich nachdenkt.

Steuern und Preisangaben

Shopify unterscheidet Netto- und Bruttopreise sowie Steuersätze je Land. Für den Verkauf an Endkunden in Deutschland müssen Bruttopreise inklusive Umsatzsteuer angezeigt werden.

Beim Verkauf in mehrere Länder kommt die Frage der Steuerregistrierung dazu. Das ist ein Thema für deine Steuerberatung, nicht für die Agentur – wir setzen um, was dort entschieden wurde.

Kapitel 05

Märkte, B2B und Kunden

Mehrere Länder, mehrere Währungen, Geschäftskunden – und was davon der Standard hergibt.

Shopify Markets

Markets bündelt alles, was mit dem Verkauf in mehreren Ländern zu tun hat: Währungen, Preise, Sprachen, Domains und Steuereinstellungen – aus einem einzigen Shop heraus.

Das ersetzt in vielen Fällen den früher üblichen Zweitshop pro Land. Produkte werden einmal gepflegt, die Unterschiede steuert der Markt. Für den DACH-Raum ist das der übliche Weg.

Preise je Markt

du kannst Preise automatisch umrechnen lassen oder je Markt eigene Preise setzen. Letzteres ist meist die bessere Wahl, weil krumme Umrechnungsbeträge unseriös wirken.

Bei der Schweiz kommen zusätzlich Zoll- und Einfuhrfragen dazu. Ein Preis, der im Checkout durch Gebühren plötzlich ganz anders aussieht, ist einer der häufigsten Abbruchgründe.

Übersetzungen

Inhalte lassen sich je Sprache pflegen – über die hauseigene Übersetzungs-App oder eine Alternative aus dem App-Markt.

Denk an die weniger sichtbaren Texte: Bestätigungsmails, Rechtstexte, Versandhinweise. Ein Shop, dessen Oberfläche übersetzt ist, dessen Bestellbestätigung aber auf Deutsch kommt, wirkt unfertig.

Domains und hreflang

Je Markt können eigene Domains, Subdomains oder Unterverzeichnisse eingesetzt werden. Shopify erzeugt dazu die passenden Sprachverweise für Suchmaschinen.

Die Struktur sollte vor dem Start feststehen. Ein späterer Wechsel der Domainlogik bedeutet, dass du sämtliche Adressen umleiten musst – vermeidbarer Aufwand.

B2B on Shopify

Die Geschäftskundenfunktionen sind Teil von Shopify Plus. Du umfasst Firmenkonten mit mehreren Ansprechpartnern, eigene Preislisten, Zahlungsbedingungen und Bestellfreigaben.

Für Händler mit überschaubarem B2B-Anteil reicht das gut aus. Wenn Konditionen allerdings tief in einer Warenwirtschaft hängen und jeder Kunde seine eigene Preisstruktur mitbringt, lohnt der Blick auf ein System wie Shopware.

Kundenkonten

Shopify bietet die neuere Variante mit Anmeldung per E-Mail-Code und die klassische mit Passwort. Die neue Variante bringt zusätzliche Bereiche wie Bestellverfolgung mit.

Der Wechsel wirkt sich auf Anmeldeseiten, E-Mails und teilweise auf Apps aus. Prüf vorher, welche Variante deine eingesetzten Apps unterstützen.

Kundensegmente

Kunden lassen sich nach Verhalten und Merkmalen gruppieren: Erstkäufer, Stammkunden, Kunden aus einem bestimmten Land, Käufer einer Produktgruppe.

Segmente sind die Grundlage für sinnvolles E-Mail-Marketing. Ohne sie schicken du allen dasselbe – und wundern sich über sinkende Öffnungsraten.

Kapitel 06

Technik und Betrieb

Schnittstellen, Apps und Automatisierung – der Teil, über den man erst spricht, wenn Systeme zusammenspielen sollen.

Apps

Apps erweitern den Shop um Funktionen, die der Standard nicht mitbringt: Bewertungen, Abonnements, Versandanbindung, Marketingwerkzeuge. Die meisten kosten eine monatliche Gebühr.

Jede App ist eine Abhängigkeit: Sie kostet, kann den Shop bremsen und im Zweifel eingestellt werden. Unsere Reihenfolge lautet deshalb immer: erst Bordmittel prüfen, dann eine App, und eigener Code nur, wenn es sich rechnet.

Custom App

Eine Custom App ist eine Erweiterung, die nur für deinen Shop gebaut wird – etwa für die Verbindung zur Warenwirtschaft oder eine Funktion, die es am Markt nicht gibt.

du taucht in keinem App-Store auf und wird nicht von Dritten gepflegt. Dafür gehört sie dir, kostet keine laufende Abogebühr und macht genau das, was abgesprochen war.

Admin API

Über die Admin API greifen externe Systeme auf Produkte, Bestände, Bestellungen und Kunden zu. Das ist der Weg, über den Warenwirtschaft und Buchhaltung angebunden werden.

Shopify setzt inzwischen auf die GraphQL-Variante; die ältere REST-Schnittstelle gilt als überholt. Wer eine Anbindung plant, sollte das prüfen, statt eine veraltete Anleitung umzusetzen.

Storefront API

Die Storefront API liefert Shop-Daten für eigene Oberflächen: für ein headless Frontend, eine App oder ein Kiosksystem im Laden.

du ist der technische Kern jedes headless Ansatzes – und der Grund, warum manche Marken Shopify nur noch als Motor im Hintergrund einsetzen.

Webhooks

Ein Webhook meldet Ereignisse an ein anderes System: Bestellung eingegangen, Produkt geändert, Kunde angelegt. Damit muss nichts regelmäßig abgefragt werden.

Wichtig ist die Fehlerbehandlung. Wenn das Zielsystem gerade nicht erreichbar ist, muss die Meldung nachgeholt werden – sonst fehlt genau die eine Bestellung, nach der später gesucht wird.

Shopify Flow

Flow ist die eingebaute Automatisierung: Wenn ein Ereignis eintritt, führe eine Aktion aus. Etwa: Bestellung über einem bestimmten Betrag markieren und intern melden.

Ein unterschätztes Werkzeug. Ein guter Teil dessen, wofür Shops zusätzliche Apps buchen, lässt sich damit ohne Zusatzkosten abbilden – Bestandswarnungen, Kundenmarkierungen, Betrugsprüfungen.

Shopify CLI

Das Kommandozeilenwerkzeug für Entwickler: Themes lokal bearbeiten, Änderungen live sehen, Apps erzeugen und veröffentlichen.

Für du als Händler unsichtbar, für uns die Grundlage sauberer Arbeit. Es ermöglicht, Theme-Änderungen versioniert zu entwickeln, statt im Browser an der veröffentlichten Version zu schrauben.

Headless, Hydrogen und Oxygen

Headless bedeutet, dass die Oberfläche unabhängig vom Shopsystem gebaut wird. Hydrogen ist das Framework von Shopify dafür, Oxygen die zugehörige Hosting-Umgebung.

Das ergibt Sinn für Marken mit hohen gestalterischen Ansprüchen oder ungewöhnlichen Anwendungsfällen. Es bedeutet aber auch: Alles, was das Theme sonst mitbringt, bauen du selbst – inklusive der Pflege danach. Für die meisten Händler ist das der teurere Weg ohne entsprechenden Gegenwert.

Ratenbegrenzung

Schnittstellen haben Kontingente. Wer zu viele Anfragen in kurzer Zeit stellt, wird ausgebremst.

Bei größeren Datenmengen arbeitet man deshalb mit Sammelvorgängen statt mit tausenden Einzelabfragen. Eine schlecht gebaute Anbindung fällt genau dann auf, wenn viel los ist – also im schlechtesten Moment.

Sicherung und Versionen

Shopify sichert die Plattform, aber nicht deine inhaltlichen Fehler. Ein versehentlich gelöschtes Produkt oder ein überschriebenes Theme ist nicht per Knopfdruck zurückzuholen.

Wir arbeiten deshalb mit Theme-Versionen und regelmäßigen Datenexporten. Für Shops mit vielen Änderungen lohnt zusätzlich eine App, die Produktstände sichert.

Kapitel 07

SEO, Marketing und Auswertung

Wie Shopify-Shops gefunden werden, was die Plattform vorgibt und wo man selbst nachhelfen muss.

Adressstruktur

Shopify gibt die Adressstruktur weitgehend vor: Produkte liegen unter einem festen Pfad, Kategorien unter einem anderen. Frei erfundene Adressen sind nicht vorgesehen.

Das schränkt ein, verhindert aber auch das Chaos, das man in gewachsenen Shops anderer Systeme regelmäßig findet. Wichtiger als die Struktur ist ohnehin, dass sie sich nach dem Start nicht mehr ändert.

Weiterleitungen

Bei jedem Umzug und jeder Umbenennung müssen alte Adressen auf die neuen zeigen. Shopify bringt dafür eine eigene Verwaltung mit, die auch größere Listen verträgt.

Das ist der Punkt, an dem Migrationen scheitern. Ein Shop, der nach dem Umzug die Hälfte seiner Sichtbarkeit verliert, hat fast immer hier gespart.

Filter und doppelte Inhalte

Filter in Kategorien erzeugen zusätzliche Adressen. Ohne Steuerung landen Varianten derselben Seite mehrfach im Index.

Shopify setzt an vielen Stellen automatisch die passenden Verweise auf die Hauptseite. Trotzdem lohnt der Blick, welche Filterseiten überhaupt gefunden werden sollen – manche sind echte Einstiegsseiten, die meisten nicht.

Strukturierte Daten

Angaben zu Produkt, Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen im maschinenlesbaren Format sorgen für die erweiterten Suchergebnisse mit Preis und Sternen.

Viele Themes bringen eine Grundausstattung mit, oft unvollständig. Das ist eine der Stellen, an denen sich eine halbe Stunde Arbeit direkt in der Klickrate zeigt.

Shop-Blog

Shopify hat ein einfaches Blog-System an Bord. Es reicht für Ratgeber, Anwendungsbeispiele und Neuigkeiten.

Erwarte kein ausgewachsenes Redaktionssystem. Für die meisten Shops ist das kein Problem – der Engpass sind ohnehin nie die Funktionen, sondern die Frage, wer regelmäßig schreibt.

Shopify Email und Marketing

Für einfache Newsletter reicht das hauseigene Werkzeug. Sobald Automatisierungen und Segmente wichtiger werden, greifen die meisten Shops zu einem spezialisierten Anbieter.

Egal welches Werkzeug: Die Einwilligung muss sauber eingeholt und dokumentiert sein. Das ist keine Formalie, sondern der Punkt, an dem es teuer werden kann.

Web Pixels und Einwilligung

Tracking wird über eine definierte Schnittstelle eingebunden statt über Skripte, die irgendwo im Theme kleben. Zusätzlich gibt es eine Schnittstelle für die Einwilligung der Besucher.

Damit lässt sich sauber steuern, dass Tracking erst nach Zustimmung startet. Wer stattdessen Skripte hart ins Theme schreibt, hat später weder Übersicht noch Rechtssicherheit.

Auswertungen

Shopify liefert Berichte zu Umsatz, Produkten, Verkaufskanälen und Bestellabbrüchen. Der Umfang hängt vom Tarif ab.

Für die meisten Fragen reicht das. Interessanter als die Zahl selbst ist ohnehin die Frage dahinter: Warum bricht der Kaufprozess an einer bestimmten Stelle ab? Diese Antwort steht in keinem Bericht.

Ladezeit

Die Plattform selbst ist schnell. Langsam werden Shops durch Apps, Skripte von Drittanbietern und große Bilder – meistens in dieser Reihenfolge.

Eine Ladezeitanalyse sollte deshalb nicht mit dem Theme anfangen, sondern mit der Liste dessen, was zusätzlich geladen wird. Nach unserer Erfahrung liegt der größte Hebel fast immer außerhalb des Themes.

Ein Begriff fehlt?

Schreib uns, wir ergänzen ihn. Und wenn es um dein konkretes Projekt geht, klären wir das ohnehin lieber im Gespräch als über eine Definition.

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